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hike und andere Chat-Apps oder Instant Messenger

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Die Chat- und Messenger-Landschaft ist ja nicht grade klein. Im Gegenteil – dank der unterschiedlichen Freundeskreise, Projekte, Affinitäten und Systeme reicht in der Regel nicht ein Tool um alles abzudecken. Den Einen erreicht man am besten über Facebook, den Anderen immer noch über Skype oder Google Talk, viele nutzen mittlerweile iMessage, Projektpartner dürfen nur irgendwas veraltetes von Microsoft oder Lotus verwenden aber sehr häufig poppt dann doch dieses kleine grüne Icon mit dem Telefonhörer in der Sprechblase im Lockscreen auf… das oft aus Sicherheitsbedenken kritisierte Whatsapp.

Und dann gibt es da noch diese stetige, generelle Suche nach dem Besseren, oder Besten, nach dem Sichersten und Zugänglichsten. So war auch bei mir das vor ein paar Tagen gelaunchte hike schon im Vorfeld heiß ersehnt. Nach Björns Aufruf auch sofort installiert… aber nach 2 Tagen wieder runtergeworfen. Warum? Naja, was mich stört ist, dass man nicht weit kommt, wenn man der App keinen Zugriff auf das Adressbuch erlaubt. Und wenn man es tut, finden einen alle, die die Mobilnummer kennen. Wie bei Whatsapp wird man als Nutzer angezeigt und das übersteigt meinen Sinn von Privatsphäre. Ich will gern selbst entscheiden, wer sieht welche App ich wann nutze (Presence). Trennung von Privat- und Jobleben muss möglich sein. Das fehlt mir z.B. auch seit Jahren bei Skype – warum kann ich die Sichtbarkeit und den Status nicht je Gruppe unterschiedlich einstellen? Von den Funktionen ist hike ähnlich wie Whatsapp, ein paar Features fehlen soweit ich das sehen konnte. Es ähnelt optisch vielleicht eher kik als Whatsapp.

Ich hatte auch gehofft, dass es für hike eine Weboberfläche gibt. Es wäre nämlich – wie Sam schon in ähnlichem Zusammenhang richtig sagt – eine großartige Verbesserung am Desktop und einer ordentlichen Tastatur schreiben und antworten zu können. Fast 40, lahme Finger, doofe Augen und so.

Ob Line hilft, da geht das wohl? Ich werde das mal ausprobieren. Allerdings habe ich von der App bis zum Artikel von t3n noch nie etwas gehört. Glaube kaum, dass ich dort jemand antreffen werde.

Was Microsoft aus Skype macht wird sich zeigen, vermutlich nichts Rettendes, aber vielleicht ist es doch gar nicht so schlecht, wenn Facebook Whatsapp kauft. „Gtalk marries G+ Messenger and Hangout“ wäre mir zwar fast noch lieber, aber es wird wohl erstmal dabei bleiben, dass sowohl Facebook als auch Whatsapp längst zu den Kommunikationsdiensten der breiten Masse geworden sind. Facebook hat für viele die E-Mail abgelöst und Whatsapp die gute alte SMS. Ich wundere mich auch schon gar nicht mehr, wenn ich Briefings über diese Dienste erhalte.

Neue, eventuell coolere oder sogar sicherere Apps sind zwar schön und gut, bringen mich aber nicht weit, wenn ich dort eh nur die erreiche, die sowieso überall angemeldet und greifbar sind. Verständlicherweise wechseln die meisten nicht gerne ständig ihre Netzwerke und Angewohnheiten. Dabei nehmen sie ( oder besser wir ) dann auch bewusst oder unbewusst die Schwachstellen in Kauf…

 

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  1. Dein einziges Ausschlusskriterium bei hike ist also, dass dich alle anschreiben können, die deine Nummer kennen? Finde den Fehler… (Tipp: SMS?)

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    • Nein, es geht nicht nur ums Anschreiben können, sondern z.B. um presence und Lesebestätigungen für alle gleichermaßen. Freunde, Familie, Kollegen, Kunden,… Ich hab hike mit dem Wunsch getestet, dass es in irgendeiner Hinsicht „besser“ ist als Whatsapp. Z.B. was Privatsphäre angeht oder dass es einen Webclient mitbringt. Aber es scheitert für mich persönlich schon direkt an den ersten Tests. Für mich eben kein Mehrwert ggü anderen Diensten, die ich schon mit diversen Kontakten nutze. Sehe momentan nicht ein dann dort Energie reinzustecken oder Leute davon überzeugen zu wollen dorthin zu wechseln.

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  2. Schwieriges Thema, ja. Lesebestätigingen gehören einfach verboten. Gut, dass sich dafür bei E-Mails nie ein Standard etabliert hat. Pest. Wobei ich dem WhatsApps-Telefonnummer-als-ID-Prinzip bei allen Datenschutzbedenken durchaus auch viel positives abgewinnen kann: Keine Registrierung einer (weiteren) Nutzerkennung samt Passwort, das legt halt andererseits die Einstiegsschwelle niedrig, was man wiederum m.E. nüchtern betrachtet eigentlich wollen muss, wenn so ein dienst in der Breite nützlich werden/sein soll. Bei Kik etwa bin ich derzeit ziemlich alleine, nützt also auch nix.

    t3n greift natürlich auch mal wieder nur einen Ausschnitt ab; Viber z.B. bleibt unerwähnt. (Warum auf diese schrecklich opportunistische Semi-Computerbild so viele Leute in diesen Tagen so abfahren, verstehe ich ohnehin nicht, aber das ist ein anderes Thema)

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    • Viber ist/war doch voice-only, oder hat sich das weiterentwickelt?
      Und ich glaub kik ist in den USA ziemlich verbreitet. Aber das ist es eben, wenn du da alleine hängst, was bringt es dir, sei es noch so toll?!

      Ich tippe total ungern am iPhone, daher hätte ich gern Whatsapp z.B. auch auf dem iPad und am Mac oder im Browser. Allerdings klappt dann dort die Authentifizierung mitteln Mobilnummer nicht. Warscheinlich ist das auch der Knackpunkt. Aber gäbe es da nicht andere Möglichkeiten?

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    • ja, das will ich aber gar nicht. ich finde es nur nicht gut, dass alle es ungefragt sehen. 2 gruppen würden mir hier schon reichen. die die es sehen dürfen (oder mich generell finden dürfen) und solche die es nicht dürfen. blocken ist keine lösung, weil dann kommen fragen.

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