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Von Herzchen und Sternchen

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twitter, facebook, instagram, tumblr, flickr… überall wird “geliked” was das Zeug hält. Aber warum?

Was meint jemand damit, wenn er das Sternchen oder das Herzchen klickt? Was denkt sich derjenige, dessen Bild oder Beitrag “favorisiert” wird? Was denken die, die sich die Likes anderer ansehen? Da heute kaum noch zusätzlich kommentiert wird, ist das manchmal schwer zu erraten. Ich habe den Eindruck es wird fast inflationär damit umgegangen. Natürlich freut es einen, wenn man viele Likes erhält aber irgendwie geht doch das Besondere verloren, wenn alle Uploads oder Statements von jemandem “geherzt” werden, oder?Sicher, den “Daumen nach oben” zu klicken ist eine Form der Kommunikation, allerdings wie so oft auch möglicherweise missverständlich.

Bei mir selbst ist das unterschiedlich, es kommt darauf an wo und bei wem ich klicke.
Manchmal ist es nur eine Art Bookmark, z. B. bei twitter, um mir einen Link später nochmal anzusehen. Manchmal ist es ein “Ich hab’s gesehen”, als Zeichen für den Absender des Bildes. Oft Zuspruch, „ja sehe ich auch so“, ein Unterstützenwollen, ein Verbreitenwollen von schönen Werken meiner Kontakte und Freunde. Meistens ein “ich mag das Bild”, ohne zu sagen warum oder was genau daran. Wenn ich denke es ist unklar oder ich will noch etwas hinzufügen, schreibe ich meist ein paar Zeilen in den Comments dazu.

Wie ist das bei euch?
Warum und wann klickt ihr das Herz?
Überlegt ihr vor dem Upload wo das Bild bzw. der Beitrag die meisten Likes erhält?


Ursprünglich veröffentlicht am 26.6.2011 auf posterous


Kommentare vom Originalbeitrag bei Posterous:

  • Jun 26 2011, 2:46 AM
    Philipp Spoth (Facebook) responded:
    Ich klicke das Herz oder was auch immer, wenn mit etwas wirklich gefallen hat. Wenn jemand Musik gepostet hat, die ich gut finde, oder ein Bild. Wenn ich Kommentare like, dann ist es meistens so, dass ich über den Kommentar lachen musste. Das finde ich ansonsten schwer auszudrücken.
  • Jun 26 2011, 2:47 AM
    sascha assbach responded:
    Danke @phil
  • Jun 26 2011, 3:04 AM
    Ragazzo Gratinato liked this post.
  • Jun 26 2011, 3:55 AM
    pixelgraphix (Twitter) responded:
    Das geht mir ganz genauso: bei Twitter ist es so, dass ich mir den Link später noch einmal genauer anschauen möchte. Bei Flickr und Facebook möchte ich ausdrücken, dass mir etwas gefällt, ohne genau beschreiben zu wollen, was und warum
  • Jun 26 2011, 3:57 AM
    sascha assbach responded:
    @manuela Danke dir für den comment
  • Jun 26 2011, 3:58 AM
    sascha assbach responded:
    Holger hat bei kwerfeldein heute zufällig einen verwandten Artikel veröffentlicht: http://kwerfeldein.de/index.php/2011/06/26/ich-mach-mein-ding-egal-was-die-an…
  • Jun 26 2011, 4:20 AM
    boerge dreizig responded:
    twitter favs nutze ich eigentlich hauptsächlich wie instapaper, zum „später lesen“. bei bildern und musik like ich nur, was mir auch gefällt. ich merke aber auch an mir selbst, dass man immer mehr nur „liked“ und weniger kommentiert, blöder trend, aber geht halt schneller 🙂
  • Jun 26 2011, 4:22 AM
    boerge dreizig liked this post.
  • Jun 26 2011, 4:24 AM
    boerge dreizig responded:
    upload, hmmm. nee, da denke ich nicht an likes o.ä. hoffe aber, dass es für andere nicht nur uninteressant ist.
  • Jun 26 2011, 4:31 AM
    frau kaesedurst responded:
    mir gehts wie pixelgraphix (manuela). bei twitter fave ich mitunter sachen, die ich mir später nochmal anschauen will. bei instgram nutz ich das herzchen nur um zu zeigen „schönes bild“ aber zugegeben, da wird das herzchen ziemlich oft gedrückt, nicht nur von mir. aber anders als zb bei flickr stört mich das bei instagram nicht so. bei flickr habe ich es dann schon gern, wenn man schreibt, wieso man das bild so mag.
  • Jun 26 2011, 6:24 AM
    sascha assbach responded:
    einige tweets kommen mir so kreiert vor, dass man denkt die verfasser seien nur auf faves aus. dank boxcar und favstar bekommt man das heute ja sogar mit, wenn jemand einen tweet faved. glaub früher gab es weniger solche tweets.

    ich glaube auch die wenigsten leute machen sich gedanken, was andere so denken über ihre likes. und vielleicht muss man auch nicht alles wissen oder verstehen. im zweifel kann man ja auch fragen 🙂

    mich hat nur interessiert wie ihr alle so darüber denkt und wie ihr damit umgeht.

    @jana und @björn Danke euch für die Kommentare.

  • Nov 24 2011, 1:47 AM
    Luca Hammer responded:
    Fünf Monate später komme ich endlich zum lesen des Artikels.

    Ich mag Sterne, ich finde auch Likes ok, aber sie ersetzen weder Kommentare, noch Replys oder andere inhaltliche Interaktion. Favs sind stumm. Favs sagen nichts. Meistens. Dazu später.

    Man stelle sich vor, man sitzt in einer kleinen Runde und erzählt von einem tollen neuen Gadget, oder Tool, oder Erlebnis. Man ist begeistert. Und was machen die fünf Leute, mit denen man glaubt sich zu unterhalten? Sie nicken. Und wenden sich dann wieder anderen Dingen zu. Ein Nicken sagt auch nur aus, ich habe dich verstanden, vielleicht finde ich gut, was du gesagt hast. Aber ich habe kein Interesse daran mit dir zu sprechen. Keine Frage, keine Zustimmung, kein Verknüpfen mit anderen Dingen oder Ideen, was man damit machen könnte. Es findet keine Konversation statt. Und dann passiert, was Kommunikation im Web oft vorgeworfen wird. Jeder brabbelt vor sich hin, niemand spricht mehr miteinander. (Passiert offline genauso.) Ich bin selbst Schuld. Einmal klicken ist viel einfacher, als eine Reply zu schreiben. Als ein Kommentar. Ich habe auch in einem meiner WordPress Blogs einen Fav Button integriert, damit ich zumindest ein bisschen Feedback bekomme. Weil auch ohne Button wenig Kommentare geschrieben wurden. Vielleicht sind es jetzt noch weniger. Aber ich habe ein paar Sterne. Die meisten Sterne bekommen übrigens nicht die guten Texte, sondern die in denen es mir gut geht. Auch ein anderes Thema.

    Was Sascha am Ende anspricht, ist mir auch immer wieder aufgefallen. Es hat sich schon damals ein Fav Netzwerk gebildet, wo einerseits Leute drinnen sind, die humorvoll die Dinge twittern, die sie sonst auch twittern würden. Diese gab es schon vor Favstar. Und dann sind dort auch die Leute, die twittern, um Favs zu bekommen. Es ist ein Spiel für sie. Es spielt keine Rolle, ob sie Dinge tatsächlich erleben oder ob sie sie erfinden. Für sie ist Twitter reine Unterhaltung. Man kann sie auch daran erkennen, dass sie regelmäßig über Favs schreiben, dazu auffordern andere zu faven und ähnliches. Alles in Ordnung, aber nichts für mich. Einziges Problem ist für mich, dass manche User sich nun unter Druck finden, auch witzig zu schreiben und dass niemand ihre Tweets mag, weil sie nicht gefavt werden. Natürlich freue ich mich, wenn ich viele Favs bekomme, aber wenn ich keine bekomme, bedeutet das noch nicht das Gegenteil. Erinnert manchmal an die Backlinksachen zu Blogzeiten. Schluchz. Damals. Technorati war da wohl das Favstar.

    Ich liebe passive Kommunikation. Manchmal schreibe ich öffentlich Tweets, die nur an eine bestimmte Person adressiert sind oder eine kleine Gruppe. Die Tweets sind so geschrieben, dass nur diese Personen sie verstehen können und ein Fav ist dann die Bestätigung, dass sie ihn verstanden haben. Man schreibt oft hin und her ohne jemals eine Reply zu nutzen. Manchmal entwickeln sich Memes daraus, meist ist es einfach ein gutes Gefühl, dass man sich versteht ohne alles explizit zu machen. Für diese passive Kommunikation sind Favs toll.

    Doch Favs ersetzen es nicht, miteinander zu kommunizieren. Ich möchte nicht alleine vor mich hinbrabbeln, während alle um mich nur manchmal nicken.

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